Steve Jobs hat uns nicht nur phantastische Produkte wie das iPhone und das iPad hinterlassen, sondern auch Einsichten über das ideale Team:

“My model for business is The Beatles … They were four guys who kept
each other’s kind of negative tendencies in check. They balanced each
other and the total was greater than the sum of its parts. That’s
how I see business. Great things are never done by single persons.
They are done by a team.” (Steve Jobs)

Dieses erst vor kurzem bekannt gewordene Zitat stimmt mit meiner Theorie des Kreativen Feldes von 1999 überein. Demnach entstehen ideale Teams, wenn es profilierten Persönlichkeiten gelingt, ihre unterschiedlichen Fähigkeiten auf die Realisierung einer gemeinsamen Vision zu fokussieren. So konnte John Lennon kaum Gitarre spielen, als er auf den musikalisch ausgebildeten Paul McCartney traf. Entscheidender war sein Vertrauen in die Fähigkeiten der Gruppe: „Wir werden die erfolgreichste Band der Welt!“, war der 12-Jährige überzeugt und beschrieb damit den Kern Kreativer Felder: die gemeinsame Vision. Sie fungiert als Antriebskraft, die Einzelne befähigt über sich selbst hinauszuwachsen, indem sie die Synergie der Gruppe nutzen.

Die Theorie des Kreativen Feldes

Damit ein ideales Team entsteht, müssen 7 Faktoren berücksichtigt werden:
1. Dialog
Entscheidend ist eine dialogische Kommunikationsstruktur, in der unterschiedliche Sichten und Beiträge wertgeschätzt werden.

2. Produktorientierung
Die Mitglieder richten ihre Beiträge auf das gemeinsame Produkt bzw. die Umsetzung der Vision aus.

3. Vielfalt
Das Team ergänzt sich durch unterschiedliche Fähigkeits- und Persönlichkeitsprofile und schätzt Vielfalt.

4. Personenzentrierung
Personen können ihr individuelles Fähigkeitsprofil, ihr „Element“ einbringen

5. Synergieprozess
Das Team basiert auf gegenseitiger Ergänzung und bildet eine Umgebung, in der Stärken der Mitglieder zum Tragen kommen und Schwächen als „Andockpunkte“ für erweiternde Synergiepartnerschaften genutzt werden

6. Partizipation
Ideale Teams spielen Gewinner-Gewinner-Spiele. Kreative Konkurrenz zielt darauf ab die Stärken jedes Einzelnen zur Erreichung des gemeinsamen Ziels zu mobilisieren. Alle sind am Erfolg beteiligt.

7. Nachhaltigkeit
Die künstlerische Konkurrenz zwischen Lennon und McCartney war deshalb so erfolgreich, weil sie nicht auf die Ausschaltung des Partners abzielte, sondern zu gegenseitiger Höchstleistung anspornte. Vier kreative Genies hätte die Band nicht ertragen – so trugen der eher schweigsame George Harrison ebenso wie der einfach gestrickte Ringo Starr mit ihren spezifischen Beiträgen zum Erfolg dieser Supergroup bei. Zum Kreativen Feld der Beatles gehören auch Personen im Hintergrund wie der begnadete Manager Brian Epstein und der versierte Producer George Martin. Dieses Beispiel zeigt: Das Kreative Feld bedarf der richtigen Mischung.

Beatles-Modell

Das Beatles-Modell bedeutet für die Personalentwicklung, dass sich Menschen auf ihre Stärken konzentrieren sollten, anstatt an ihren Defiziten zu arbeiten. Wichtig ist die Perfektionierung meiner persönlichen Neigung, für die Defizite habe ich ja Synergiepartner. Hierauf basiert mein Konzept der „Positiven Pädagogik“, das Organisationen unterstützet, zu Kreativen Feldern zu werden.
Es ist kein Zufall, dass Steve Jobs die Beatles wählte. Er folgte ihrem Erfolgsmodell intuitiv, als er sich 1976 zur Realisierung seiner Idee des Persönlichen Computers mit dem Technikbastler Steven Wozniak verband. Jobs verzichtete darauf, sein Studium abzuschließen und suchte sich stattdessen einen kongenialen Synergiepartner, der das technische Knowhow besaß, seine Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Jeder für sich wäre wahrscheinlich gescheitert, doch die geeignete Mischung begründete die Kreativität und den Erfolg der Beiden.