dpa/Armin Weigel – Dienstag, 18.02.2014, 20:46 · von FOCUS-Online-Autorin

Im ersten Daten-Supermarkt in Hamburg bezahlen Kunden ihr täglich Brot mit ihren Facebook-Bildern, Likes und Kommentaren. Die Kunden müssen sich bewusst dazu bereit erklären, ihre Daten preiszugeben und gegen echte Ware einzutauschen.

Wie in einem Lebensmittelgeschäft können die Kunden Brot und Milch kaufen. An einer Ladenkasse werden die Produkte gescannt und umgerechnet, wie viele Daten zum Kauf nötig sind. Falls die hochgeladenen Facebook-Fotos nicht ausreichen, kann der Käufer direkt vor Ort über das markteigene iPad die fehlenden Fotos oder Kommentare liefern. Nach der Transaktion werden die Daten wieder gelöscht.

Die Idee zu dem Kunstprojekt „Datenmarkt“stammt von Florian Dohmann von der „Unbelievable Machine Company“, Manuel Urbanke und Maximilian Hoch, beide von der Werbeagentur „Jung von Matt Alster“. Eine Woche lang testen sie das Konzept in der eigens dafür umgebauten Modeboutique von Anita Hass in Hamburg. Ziel des Projektes sei es, Sensibilität zu schaffen, sagt Manuel Urbanke: „Mit der Aktion wollen wir erreichen, dass die Menschen bewusster mit ihren persönlichsten Daten umgehen. Die Bezahlung mit Daten macht das Ganze greifbarer.“

Zu dritt hatten sie die Idee und zu dritt stehen sie diese Woche in ihrem Laden. „Wir wollen sehen, wie die Menschen reagieren“, erklärt Urbanke. Bislang sei die Resonanz sehr positiv. Geld verdienen die Gründer mit der Aktion nicht. Bis zum 22. Februar können Kunden im Datenmarkt ihre Lebensmittel kaufen. Wie es danach mit dem Projekt weitergeht, das wissen die Gründer selbst noch nicht.